Mit frischem Wind voraus

Situation in Deutschland

Im Jahr 2011 kamen in Deutschland zur bereits installierten Leistung durch Windenergie gut 2 GW Leistung hinzu.
So gab es Ende 2011 bereits 22.284  Windenergieanlagen (WEA) mit einer installierten Gesamtleistung von etwa 29 GW, die 48 Mrd. kWh Strom produzierten. Seit 1991 kann die Windenergie in Deutschland sogar das stärkste Wachstum in Bezug auf die Erneuerbaren Energien verzeichnen und sie wird auch in Zukunft vor allem durch den Bau von Offshore-Windparks in der Nord- und Ostsee sowie Repowering-Projekten im Mittelpunkt des Ausbaus der erneuerbaren Energien stehen.


Situation Rheinland-Pfalz und Saarland

Es begann im Jahr 1990, als in der Eifel das erste Windrad installiert wurde. Seither wird in Rheinland-Pfalz (RLP) die Windkraft ausgebaut und hatte Ende 2010 eine installierte Leistung von 1.421 MW aus 1.086 Anlagen. Hundert Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien bis 2030 und das Verfünffachen des Stroms aus Windanlagen bis 2020 sind die Ziele des Landes. Bis dahin soll die Leistung auf 4.800 MW ausgebaut werden, was auch den in RLP ansässigen Windunternehmen entgegen kommt. In der Abbildung 9, die die Anzahl der Windenergieanlagen und deren installierte Leistung aller Bundesländer angibt, schneidet RLP gut ab und belegt den sechsten Platz.
Der derzeit größte Windpark Südwestdeutschlands wird im Rhein-Hunsrück-Kreis fertiggestellt und im Frühjahr 2012 mit 23 Anlagen und einer Leistung von 53 MW offiziell eingeweiht. Diese und die restlichen Installationen von Windkraftanlagen in 2011 konnten RLP im deutschlandwei-ten Vergleich des Zubaus für dieses Jahr den dritten Platz sichern.
Der Strommix aus dem Jahr 2009 hatte in RLP einen Anteil von 25 Prozent aus Erneuerbaren Energien. Die Windkraft als größter regenerativer Energieträger trug davon 10,8 Prozent zur Stromerzeugung bei. Dadurch konnten im vergangenen Jahr 9,4 Prozent des Nettostromver-brauchs durch Windenergie zugesteuert werden.
Bei der Potentialanalyse für Windanlagen in RLP spielt die Waldfläche eine wichtige Rolle. Mit 42 Prozent der gesamten Landesfläche ist RLP das Bundesland mit dem größten Anteil an Waldvorkommen.  Ausgenommen von den Kernzonen im Naturpark Pfälzerwald, den Flora-Fauna-Habitat-Gebieten und der Pflegezone des Biosphärenreservats Nordvogesen, können auch diese als Standorte für Windanlagen genutzt werden. Durch die Rauhigkeit des Kronendachs muss eine ausreichende Nabenhöhe erreicht werden, um konstante Windbedingungen zu gewährleisten. Solche Anlagen wurden bereits am Mückenkopf bei Dahn und am Braunskopf realisiert. Diese Beispiele haben gezeigt, dass eine Windanlage im Wald bei 30 Prozent Investitionsnebenkosten ungefähr 880 €/kWel kostet und diese auch noch bei 70-prozentiger Auslastung Gewinne abwirft.
Das Saarland hingegen bezog 2010 weiterhin 73 % seiner Primärenergie aus der Steinkohle. Un-ter anderem aus diesem Grund hat das Saarland nur 2,7 % seiner Bruttostromerzeugung aus den Erneuerbaren Energien bezogen. Die gesamte Windenergieleistung verzeichnete 2011 einen Zubau im Saarland von 16 MW und somit sind insgesamt 127 MW Leistung installiert. Dennoch belegt das Saarland, wie man aus der Abbildung 9 erkennt, einen der letzten Plätze bei der Anzahl von WEA. Um den Anteil an Erneuerbaren Energien zu erhöhen, müssten Anforderungen, Bestimmungen oder Flächenausweisungen beispielsweise in Waldgebieten modifiziert werden. Das Windpotenzial ist im Saarland vorhanden, besonders in Höhenlagen lassen sich Windgeschwindigkeiten von bis zu 6m/s messen. Die VSE AG hat die Gesellschaft VSE-Windpark Merchingen GmbH & Co. KG im September 2009 gegründet und sorgt für den Betrieb des Windparks in Merzig/Merchingen. Die Narbenhöhe der Anlage liegt bei 105 und der Rotordurchmesser bei 90 Metern. Die jährliche Produktion von Energie liegt bei ungefähr 13,15 GWh/a, womit man ungefähr 4.000 Haushalte mit Strom versorgen kann.  Ein weiterer Windpark liegt in Mettlach und wird von „Energiequelle“ betrieben. Er hat eine geschätzte jährliche Produktion von 51 GWh/a. 
Der Windpark in Freisen  wird von zwei Firmen betrieben, zum einen die Windpark Saar GmbH & Co. KG und zum anderen die Windpark Saar Freisen-Nord KG. Zusammen hatten sie im Jahre 2011 eine produzierte Energie von 27.935 MWh/a. Der Windpark ist der einzige im Saarland, der repowering erfahren hat und unter anderem durch die Bürger finanziert wurde.


Situation in Frankreich

Die Windenergieanlagen in Frankreich hatten am 10.08.2012 eine installierte Windkraftleistung von 6.883 MW.  Verschiedene Projekte, die im Zuge des EU-Vorhabens, bis 2020 20 % der ge-nutzten Energie aus regenerativen Energien zu gewinnen, vorangetrieben wurden, wurden reali-siert und ans Netz gebracht. Frankreich hat somit seine Nennleistung von 148 MW  in 2002 auf 6.883 MW im Jahr 2012 gesteigert. In der Region Lothringen befinden sich Windkraftanlagen mit einer Windkraftleistung von 653 MW.11 Zwischen Strasbourg und Nancy steht der Windpark „le Haut des Ailes“. Er besitzt eine Gesamtleistung von 44 MW und, bei 2.500 Volllaststunden, eine ungefähre Jährliche Produktion von 110 Gigawattstunden. Dies verdeutlicht den Glauben der Menschen in Lothringen an die Erneuerbaren Energien. Die EreliaGroupe ist ein Teil eines Netz-werkes mit dem Namen „PôleEolien Lorrain“, in dem sich die Zulieferer der Windkraftbranche zusammengeschlossen haben, um Projekten ihre Kompetenzen zur Verfügung zu stellen. Das Departement Moselle in der Region Lothringen stellte, im Juli 2008, 432 MW Windkraftleis-tung.  Der Windpark „Berviller-en-Moselle“ befindet sich in der gleichnamigen Gemeinde im Departement Moselle und hat eine Windkraftleistung von 10 MW und hat in „La Régie de Creutzwald“ seinen Inhaber.

 

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