Geothermie

Unter dem Begriff Geothermie wird die in der Erdkruste gespeicherte Wärmeenergie verstanden, die als Wärme oder durch Umwandlung als Strom oder Kälte genutzt werden kann. Neben dem geothermischen Wärmefluss aus dem Erdinneren in den tieferen Erdschichten trägt im oberflächennahen Bereich die Sonneneinstrahlung einen erheblichen Anteil zur Erwärmung der Erd- und Gesteinsschichten bei.

 

Stand der Entwicklung

Situation in Deutschland

Die Nutzung der petrothermalen Tiefengeothermie ist zwar derzeit weder technisch noch wirtschaftlich in Deutschland realisierbar, die bekannten Ressourcen für hydrothermale Systeme könnten jedoch bereits eine Abdeckung von rund 30% des deutschen Wärmebedarfs ermöglichen. Die oberflächennahe Geothermie könnte weitere 28 % abdecken.

In Deutschland sind bereits um die 265.000 Anlagen der oberflächennahen Geothermie  realisiert worden. Jährlich kommen etwa 24.400 Neuinstallationen mit insgesamt 255 Megawatt dazu. Die Tiefengeothermie umfasst derzeit 19 bereits umgesetzte Projekte mit einer Gesamtwärmeleistung von 136,3 MW und einer elektrischen Gesamtleistung von 7,5 MW (2011), die hauptsächlich im süddeutschen Molassebecken zu finden sind. Außerdem befinden sich weitere 18 Anlagen im Bau und 69 in der Planung. (Quelle Bundesverband Geothermie) 


Situation in Rheinland-Pfalz und Saarland

Im Moment (2012) sind in Rheinland-Pfalz (RLP) 587 Sole-Wasser-Wärmepumpen mit insgesamt 5.520 kW und 9 Wasser-Wasser-Wärmepumpen mit insgesamt 93 kW Leistung im Einsatz.

Ebenfalls in 2007 wurde durch die Landesregierung veranlasst, dass die Vorkommen von Thermalwasser verstärkt untersucht werden. 60°C warme Quellen wurden im relevanten Umfang in der Hunsrück-Südrandstörung, im Saar-Nahe-Becken, in der Trierer Bucht und in der Wittlicher Senke entdeckt. Auch die Gebiete Taunus und Westerwald weisen Potenzial auf. Genauer wurde daraufhin Bad Ems untersucht, für das eine Machbarkeitsstudie zur Potenzialeinschätzung durchgeführt wurde. Das Interesse hat die Region durch 29 Mineral- und Thermalwasserquellen geweckt. Daraufhin folgten weitere Wärmenutzungskonzepte und Pilotprojekte für Gegenden mit vergleichbaren Vorkommen.


Auch in der Tiefengeothermie ist RLP aktiv. Zur Stromerzeugung stehen momentan 2 Kraftwerke in Rheinland-Pfalz, nämlich in Insheim und Landau in der Pfalz. In Landau in der Pfalz ging 2007 ein Kraftwerk mit drei MW elektrischer und 7 MW thermischer Leistung in Betrieb. Zwei Bohrungen mit einer Tiefe von mehr als 3 000 Metern versorgen das Fernwärmenetz. Durch den Betrieb wird eine CO2-Einsparung von 6 000 Tonnen pro Jahr ermöglicht. Im August 2009 wurden Landau und die Umgebung von einem Erdbeben heimgesucht. Nach Prüfung der Vorkommnisse konnte das Erdbeben in Verbindung mit dem Betrieb des Kraftwerks gebracht werden, was eine vorübergehende Stilllegung mit sich brachte. Das Mediationsverfahren zwischen Gegnern der Geothermie und der Landesregierung ist seit dem 12.03.2012 abgeschlossen, dessen Ergebnisse werden auf den Standort Schaidt angewendet.  Mittlerweile verbucht das Geothermiekraftwerk in Landau in der Pfalz neben der grundlastfähigen Stromerzeugung eine dem kalten Winter geschuldete Vollauslastung mit mehr als 1MW Leistung.

Im Saarland gibt es keine geothermischen Kraftwerke zur Stromerzeugung und Fernwärmeproduktion. Stattdessen verfügt das Saarland über Grubenwasser, welches durch Regen in den Erdboden sickert, sich in der Grube ansammelt und sich auf die Erdreichtemperatur erwärmt. Eine Nutzung dieses besonderen Vorkommens wäre möglich. Durchschnittlich 30 °C beträgt das Wasser. Durch die Verwendung von Wärmepumpen kann dieses auf eine ausreichende Temperatur angehoben werden, um ein mögliches Fern- oder Nahwärmenetz zu betreiben. Auf dem saarländischen Grubenstandort Reden werden bereits das Verwaltungsgebäude, die Besprechungsräume in der Bohrhalle und die Halle auf diese Weise mit Wärme versorgt. Durch einen Holzhackschnitzelkessel, gekoppelt mit dem Grubenwasser, ist die Wärmeversorgung der vorher genannten Räume gedeckt.  Weitere Informationen über dieses Projekt sind unter dem Leuchtturmprojekt „Nahwärmenetz Reden“ einzusehen.
Im Saarland sind insgesamt 200 Wärmepumpen in Verbindung mit geothermaler Wärmeproduktion in Betrieb. 2011 waren im Saarland rund 790 kW Leistung installiert. 39 kW an Wasser-Wasser-Wärmepumpen und 751 kW an Wasser-Sole-Wärmepumpen.

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