Biomasse als Energielieferant in Deutschland und Frankreich

Unter der Biomasse-Technologie versteht man die Erzeugung von Strom, Wärme oder Treibstoffen aus festen, flüssigen und gasförmigen tierischen und pflanzlichen Erzeugnissen.

In Deutschland wurde 2011 eine Ackerfläche von 19 Prozent zum Anbau von Energiepflanzen, Pflanzen die ausschließlich zur Energiegewinnung angebaut werden, genutzt. Das entspricht in etwa 2,28 Millionen Hektar Land. Mehr als eine Million Hektar entfallen auf die Rapspflanze. Die Entwicklung in den letzten Jahren war rasant. 1998 nahm der Anbau nachwachsender Rohstoffe lediglich eine Ackerfläche von knapp 500.000 Hektar ein.

Situation in Deutschland


Die Biomasse ist momentan mit 8,4 % am Endenergieverbrauch beteiligt und somit die stärkste vertretende Erneuerbare Energie in Deutschland. Im Jahre 2011 machte die Biomasse 6,1 % an der gesamten deutschen Stromproduktion aus und war damit, hinter der Windkraft, die zweitstärkste Erneuerbare Energie. Die Biomasse konnte 2011 den Wärmeverbrauch in Deutschland zu 10,1 % und den Kraftstoffverbrauch zu 5,5 % aus Biokraftstoffen abdecken. Insgesamt war die Biomasse mit all ihren Anwendungsmöglichkeiten (fest, flüssig, gasförmig, Kraftstoff) an 67,4 % der gesamten Energieproduktion der Erneuerbaren Energien beteiligt. Kraftwerke zur Strom- und Wärmeerzeugung verteilen sich im gesamten Bundesgebiet. Insgesamt wurde in Deutschland im Jahre 2011 elektrische Energie im Umfang von 31.920 GWh aus der Biomasse und 4.950 GWh aus biogenem Anteil des Abfalls produziert. Dabei betrug die installierte Leistung in Deutschland 5.479 MW an Biomasse und 1.700 MW an dem biogenen Anteil des Abfalls.


Situation Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz wurden im Jahr 2010 674 Gigawattstunden (GWh) elektrische Energie produziert. Von 2006 bis 2010 ist die Erzeugung von Strom durch die Biomasse erheblich gestiegen, ganze 45 % Zunahme konnte dieser Sektor verbuchen. Dies entspricht einem Wert von 209 GWh.

Die Studie hat die für den Landkreis Kaiserslautern verfügbaren Potenziale für die Biomassenutzung ermittelt. Die Landwirtschaft hat demnach ein Drittel, die Industrie und das Gewerbe 35 Prozent (vorwiegend Altfett aus der Verbandsgemeinde Weilerbach) und die Forstwirtschaft 15 Prozent der kurzfristig verfügbaren Potenziale.

Situation im Saarland

Im Jahre 2010 wurden im Saarland 49 GWh/a elektrische Energie aus Biomasse und 18,3 GWh/a aus dem Biogas gewonnen. Über die Jahre 2006 bis 2010 gab es im Saarland eine Zunahme von 26,6 GWh/a an der Stromproduktion unter Verwendung der Biomasse. Dies entspricht einer Steigerung von 113 %. Auch das Biogas konnte im Zeitraum von 2008 bis 2010 eine Steigerung verzeichnen. Der Anteil an der Stromproduktion stieg um 59,1 %, was einer Zunahme von 6,8 GWh/a entspricht.

Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit einer Anlage ist die richtige Dimensionierung, eine optimierte Brennstoffversorgung und einen hohen Jahresnutzungsgrad. Bei Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung ist des Weiteren darauf zu achten, dass ein hoher Wärme- und Strombedarf besteht, um die Volllaststunden der Anlage möglichst hoch zu halten. Bei Biomasseheizwerken macht der höhere Anschaffungspreis des Kessels viel mehr aus im Vergleich zu anderen Kesseln. Dadurch hat der Käufer höhere Kapitalkosten, die aber durch die billigeren Brennstoffkosten bspw. Holzhackschnitzeln über die Jahre wieder eingenommen werden.

Der große Vorteil der Bioenergie liegt in der Grundlastfähigkeit. Das bedeutet, dass über einen kurz- bis mittelfristigen Zeitraum die Biomasse Potenzial in Deutschland besitzt. Sie könnte beispielsweise als Unterstützung der Windenergie fungieren, um Spitzenzeiten zu überbrücken, wenn der Wind ausbleibt.  Allerdings muss der Einsatz von Biomasse ökologisch verträglich bleiben und nicht zur Verdrängung von Nahrungspflanzen oder zur Verminderung der Biodiversität durch Monokulturen führen. Dies einbezogen ist ein begrenztes Bioenergiepotenzial vorhanden. Verschiedene Studien kommen zu dem Entschluss, dass 2020 2,5 bis 4 Millionen ha Anbaugebiet, in Deutschland, für die Bioenergie genutzt werden kann.


Zur Erörterung der Fragestellungen rund um das aktuelle Thema Biomasse wurden von allen drei Projektpartnern externe Experten am 4. Mai 2011 nach Metz eingeladen, die ihre Sichtweisen vortrugen, spezielle Lösungsansätze und Projekte präsentierten und sich über unterschiedliche Konzepte und Standpunkte angeregt austauschten.


UEM ist eines von den 170 lokalen Elektrizitätsversorgungsunternehmen in Frankreich und versorgt u. a. die Stadt Metz. Über ihr Fernwärmenetz, das viertgrößte in Frankreich, versorgt die UEM 33.000 Haushaltseinheiten mit Energie. Im Moment sind die Planungen für eine 45 MW  Biomasse-Anlage am lLaufen, die im Oktober 2012 ans Netz gehen soll. Dieses Projekt wurde im Detail vorgestellt.


Vortrag Enovos, Herr Markus BASTIAN / Saarland /
Enovos Deutschland AG ist ein Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Saarbrücken, die aus einem Zusammenschluss der Saar Ferngas AG mit den beiden luxemburgischen Versorgern Cegedel S.A. und Soteg S.A. entstanden ist. Herr Markus Bastian präsentierte im Rahmen der Konferenz  das Bioerdgasprojekt Merzig.


Vortrag IZES gGmbH, Herr Bernhard WERN / Rheinland-Pfalz /
Herr Bernhard Wern vom IZES referierte über die aktuelle Situation der Biomassenutzung in Deutschland. Neben einführenden technischen Erläuterungen ging er dabei detailliert auf den deutschen Bioenergiemarkt und dabei speziell auf den Kontext der Energieproduktion aus Biomasse ein.


Vortrag pôle fibres, Mr. David POCIC / Frankreich /
In diesem Vortrag wurde den Zuhörern die Initiative Ecolicel nähergebracht, die die Stärkung der Sektoren Holz, Papier und Umwelt im Rahmen der regionalen Wertschöpfung als führende Region im Bereich der Holzversorgung  vorantreiben will. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die chemische und biochemische Verwertung von Holz gelegt.


Vortrag Rhein-Hunsrück Entsorgung, Herr Klaus-Peter Hildenbrand / Rheinland-Pfalz /
Herr Hildenbrand, Vorstand der Rhein-Hunsrück Entsorgung, stellte den Konferenz teilnehmern das Konzept der Biomasseentsorgung im Rhein-Hunsrück-Kreis vor. Zusammen mit der Kreisverwaltung und der Verbandsgemeinde Simmern wurde ein Initialprojekt gestartet, bei dem regionale Abfallbiomasse zur Energiebedarfsdeckung öffentlicher Gebäude genutzt wird.


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